„Hörende sein“

Bischof Heinz Josef Algermissen, Bischof der Diözese Fulda und ehemaliger Weihbischof des Erzbistums Paderborn, feierte in der Werler Wallfahrtsbasilika ein Pontifikalamt. Wallfahrtsleiter und Guardian des Franziskanerklosters Pater Ralf Preker ofm begrüßte die zahlreichen Wallfahrer zum Gnadenbild der „Trösterin der Betrübten“.DunkerWerl / Paderborn, 19. Juni 2011. Wer dem Leben der Gottesmutter Maria nachgehe, entdecke sie als „Hörende“, sagte Bischof Heinz Josef Algermissen, Bischof des Bistums Fulda, im Pontifikalamt in der Werler Wallfahrtsbasilika, das er mit zahlreichen Pilgern zum 350-jährigen Jubiläum der Wallfahrt zum Gnadenbild der „Trösterin der Betrübten“ feierte. Die Stärke Marias liege darin, ein „hörendes Herz“ zu haben, nicht viele Worte zu machen, vielmehr Gottes Wort aufzunehmen, so der ehemalige Weihbischof des Erzbistums Paderborn in seiner Predigt.

Ein Hörender erwarte mehr als Informationsaustausch, mehr als die Bestätigung dessen, was er schon immer gewusst habe. Er versuche vielmehr, sich in sein Gegenüber hineinzuhören, erläuterte Bischof Algermissen. Einem Menschen zuzuhören, könne eine Neuentdeckung sein. „Als Priester und Bischof wünsche ich mir selbst, viel mehr ein Hörender zu sein, weniger dem Getöse dieser Welt preisgegeben.“ Der Blick auf Maria sei eine gute Schule, sagte Bischof Algermissen weiter. Maria rufe in die Stille des Wartens und Hörens auf Gottes Wort. „Die Mutter Gottes erinnert Mutter Kirche an den langen Atem der Leidenschaft, ihre Sendung auch in Situationen zu erfüllen, die undankbar, hoffnungslos oder konfliktbeladen sind.“

Der Blick auf Maria zeige weiter, dass ein aufmerksames und tiefes Hören eine überzeugende Antwort bewirke, so der Bischof der Diözese Fulda in der Werler Wallfahrtsbasilika. Maria sei zu einem „wunderbaren, beherzten Ja“ fähig gewesen. Dabei erinnere die Mutter Gottes die Kirche daran, dass ihre Zuwendung zu den „Kindern dieser Welt“ ihren Maßstab und ihr Ziel allein aus dem Ja-Wort erhalte, das sie bis zum Ende der Zeiten an Jesus Christus binde. „Und wir Kinder dieser Welt brauchen die Gottesmutter als Urbild der Kirche und als unser aller Schwester, der wir uns mit all den persönlichen Sorgen und Ängsten und Anliegen anvertrauen können“, sagte Bischof Algermissen zum Abschluss seiner Predigt.