„In der Nachfolge des dienenden Jesus stehen“

Erzbischof Hans-Josef Becker weihte am Samstag acht Männer zu Diakonen. v.l.n.r.: Herbert Rautenstrauch, Wilfried Schulz, Wolfgang Feldmann, Reinhold Fricke, Erzbischof Hans-Josef Becker, Michael Freiherr von Boeselager, Günter Meiser, Michael Freundt, Prälat Hans Dieter Michel (Bischöflicher Beauftragter für Ständige Diakone), Wolfgang Schroer.Paderborn, 26. März 2011. Acht Männern aus dem Erzbistum Paderborn spendete Erzbischof Hans-Josef Becker durch Handauflegung und Gebet am Samstag im Hohen Dom zu Paderborn die Diakonenweihe. Als Ständige Diakone werden sie mit der Seelsorge im Pastoralverbund ihrer Heimatgemeinde beauftragt. „Schauen Sie immer wieder auf Jesus Christus, um seine Demut und damit die Demut Gottes kennen zu lernen, zu verstehen und zu leben“, sagte Erzbischof Hans-Josef Becker in seiner Predigt.

Ein Diakon müsse sich an Jesus Christus orientieren, erläuterte Erzbischof Becker. Jesus lehre den „Mut zum Dienen“. Das Kreuz Jesu sei das äußerste Zeichen seiner Liebe zu den Menschen und der sprechendste Beweis seiner Bereitschaft, alles zu geben. „Beschenkt von der Diakonie Jesu Christi können Sie, liebe Weihekandidaten, die Liebe des Herrn weiterschenken. Sie werden geweiht, um in Ihrer Person den Diakon Jesus Christus sichtbar und berührbar darzustellen.“

Zu Beginn der Weiheliturgie versprachen die Weihekandidaten dem Erzbischof und seinen Nachfolgern Ehrfurcht und Gehorsam. Hier legt Günter Meiser seine Hände in die Hände von Erzbischof Hans-Josef Becker.Weil ein Diakon in seinem Dienst nah an den Sorgen und Nöten der Menschen sei, müsse er „Auge der Kirche“ sein, um wahrzunehmen, wonach sich Menschen sehnen, sagte der Paderborner Erzbischof weiter. „Eine solche Aufmerksamkeit gerade für die Menschen, die wir in der Regel nicht mehr im Blick haben, ist für unsere Kirche heute wichtiger denn je. Ich denke dabei nicht nur an die Alten und Kranken, sondern auch an die behinderten Menschen, an die sozial Benachteiligten, an die ausländischen Mitbürger, an die Alleinstehenden und Alleinerziehenden. Sie alle brauchen Zuwendung und Anerkennung durch Menschen, die wie Sie als verlängerter Arm eines liebenden Gottes zupackend wirken.“

Er ermutige dazu, auch weiterhin in die Schule des dienenden, des demütigen Jesus von Nazareth zu gehen und so mit Menschen auf dem Weg zu bleiben und sie so anzunehmen, wie sie sind, sagte Erzbischof Becker zum Abschluss seiner Predigt. „Ich wünsche Ihnen, dass Sie in den frohen und ermutigenden Stunden Ihres Dienstes, aber auch in den schwierigen Zeiten wissen, wo Sie Ihre Wurzeln haben und auf wen Sie sich verlassen können. Das ist zunächst der Herr selbst, das sind aber auch die Ihnen nahe stehenden Menschen, allen voran Ihre Ehefrauen und Familien, denen ich für die Unterstützung Ihres Dienstes von Herzen danke.“

Durch Handauflegung und Gebet spendet Erzbischof Hans-Josef Becker hier Reinhold Fricke die Diakonenweihe. Zuvor hatten Wilfried Schulz (li) und Herbert Rautenstrauch bereits die Weihe empfangen.Im Gottesdienst wurden die acht Diakonatskandidaten aus dem Erzbistum Paderborn dem Paderborner Erzbischof vorgestellt und nach ihrer Bereitschaft zum Empfang des Sakramentes gefragt. Zu Beginn der Weiheliturgie traten die Kandidaten einzeln vor den Erzbischof und versprachen ihm und seinen Nachfolgern Ehrfurcht und Gehorsam. Im anschließenden Gebet der Gemeinde wurden die Heiligen der Katholischen Kirche um Beistand angerufen. Durch Auflegen der Hände und Gebet spendete Erzbischof Hans-Josef Becker die Weihe. Die neuen Diakone erhielten aus den Händen ihrer Heimatpfarrer die Stola, die als Zeichen des diakonalen Amtes während der Liturgie getragen wird, sowie das liturgische Gewand des Diakons, die Dalmatik. Schließlich überreichte Erzbischof Becker jedem einzelnen symbolisch das Evangelium mit den Worten: „Empfange das Evangelium Christi: Zu seiner Verkündigung bist du bestellt. Was du liest, ergreife im Glauben; was du glaubst, das verkünde, und was du verkündest, erfülle im Leben.“ Als Zeichen der besonderen Verbundenheit und Gemeinschaft tauschte Erzbischof Becker mit jedem neugeweihten Diakon den Friedensgruß. Im Anschluss tauschten auch alle anwesenden Diakone mit den Neugeweihten den Friedensgruß als Zeichen der Gemeinschaft im Dienstamt. Die Eucharistiefeier schloss sich an die Weihe an.

Erzbischof Hans-Josef Becker spendete diesen Männern am Samstag im Hohen Dom zu Paderborn die Diakonenweihe:

Michael Freiherr von Boeselager aus der Kirchengemeinde St. Nikolaus in Nieheim im Pastoralverbund Nieheimer Land. Von Boeselager wurde 1943 geboren, ist seit 1989 verheiratet und Vater von zwei Kindern. In der Kirchengemeinde St. Nikolaus ist er als Kommunionhelfer und im Krankenbesuchsdienst engagiert.

Bevor Erzbischof Hans-Josef Becker ihnen durch Handauflegung und Gebet die Diakonenweihe spendete, knieten die acht Männer im Altarraum des Hohen Domes. V.l.n.r.: Michael Freiherr von Boeselager, Michael Freundt, Günter Meiser, Wolfgang Schroer, Wilfried Schulz, Herbert Rautenstrauch, Reinhold Fricke, Wolfgang Feldmann.Wolfgang Feldmann aus der Kirchengemeinde St. Paulus in Minden im Pastoralverbund Mindener Land. Feldmann wurde 1955 geboren, ist seit 1991 verheiratet und Vater von vier Kindern. Feldmann ist tätig als Bauingenieur beim Kreis Herford.

Michael Freundt aus der Pfarrgemeinde St. Peter und Paul in Siegen im Pastoralverbund Siegen-Süd. Freundt wurde 1965 geboren, ist seit 1986 verheiratet und Vater von vier Kindern. Freundt ist tätig als selbstständiger Finanzberater. In seiner Heimatgemeinde ist er als Lektor, Kommunionhelfer und Firmkatechet engagiert. Darüber hinaus ist er auch Mitglied des Kirchenvorstandes der Pfarrgemeinde.

Reinhold Fricke aus der Pfarrgemeinde St. Cäcilia in Westönnen im Pastoralverbund Werl-Westönnen. Fricke wurde 1961 geboren, ist seit 1986 verheiratet und Vater von vier Kindern. Fricke ist tätig als selbstständiger Finanzberater. In der Propsteigemeinde Werl leitet Fricke einen Gebetskreis und ist im Altenheim St. Michael als Kommunionhelfer engagiert.

Günter Meiser aus der Pfarrgemeinde St. Stephanus in Oestinghausen im Pastoralverbund Lippetal. Meiser wurde 1944 geboren, ist seit 1978 verheiratet und Vater von drei Kindern. Meiser studierte Philosophie und Katholische Theologie mit dem Studienabschluss: Magister der Theologie. Meiser ist mittlerweile im Ruhestand, zuvor war er tätig als Regionalreferent der Seelsorgeregion Hellweg und als Gemeindereferent im Pastoralverbund Bad Sassendorf und Oestinghausen. In seiner Heimatgemeinde leitet Meiser Gesprächskreise.

Herbert Rautenstrauch aus der Pfarrgemeinde St. Johannes Baptist in Arnsberg-Neheim im Pastoralverbund Ruhr-Möhne. Rautenstrauch wurde 1954 geboren, ist seit 1982 verheiratet und Vater eines Kindes. Rautenstrauch ist als Postbetriebsinspektor tätig. In seiner Heimatgemeinde ist er im Pfarrgemeinderat, Kirchenchor und Franz-Stock-Komitee engagiert. Er ist darüber hinaus Gemeindebeauftragter für die Durchführung von Kreuzwegandachten, Maiandachen, Rosenkranzandachten und Wortgottesdiensten.

Wolfgang Schroer aus der Pfarrgemeinde St. Antonius Einsiedler in Halingen im Pastoralverbund Menden-Nord. Schroer wurde 1950 geboren, ist seit 1975 verheiratet und Vater von zwei Kindern. Schroer hat ein Religionspädagogik-Studium abgeschlossen und ist tätig als Verwaltungsamtmann der Agentur für Arbeit. Schroer ist Mitglied des Pfarrgemeinderates und leitet den Lektoren- und Kommunionhelferkreis seiner Heimatpfarrei. Er engagiert sich beim Kolping-Verband und im Krankenbesuchsdienst des Pastoralverbundes.

Wilfried Schulz aus der Kirchengemeinde St. Johannes Baptist in Lübbecke im Pastoralverbund Lübbecker Land. Schulz wurde 1957 geboren, er ist seit 1980 verheiratet und Vater von zwei Kindern. Schulz ist engagiert in der Caritas-Konferenz in Lübbecke und ist ehrenamtlicher Krankenhausseelsorger im Klinikum Minden.

Erzbischof Hans-Josef Becker überreichte den neugeweihten Diakonen das Evangelienbuch als Zeichen, das Evangelium Jesu Christi zu verkünden und zu leben. Hier empfängt Diakon Herbert Rautenstrauch das Evangelienbuch.Nach dem Empfang des Weihesakraments werden die Männer als Ständige Diakone mit der Seelsorge im Pastoralverbund ihrer Heimatgemeinde beauftragt. Ständige Diakone stehen in der Regel zusätzlich zu einem bürgerlichen Beruf im Seelsorgedienst. Aufgrund der Weihe zum Diakon dürfen die Männer das Sakrament der Taufe spenden, bei der kirchlichen Eheschließung assistieren, Beerdigungen leiten und in Gottesdiensten predigen. Sie dürfen jedoch als Diakone nicht der Eucharistiefeier vorstehen oder das Sakrament der Versöhnung spenden. Verheiratete Männer, die 35 Jahre und älter sind, können nach einer entsprechenden Ausbildung und mit Zustimmung ihrer Ehefrau zum Diakon geweiht werden, um nach der Weihe als Ständiger Diakon eingesetzt zu werden. Wer ein Zölibatsversprechen ablegt, kann die Diakonenweihe bereits mit 25 Jahren empfangen. Auch Priesteramtskandidaten werden zunächst zum Diakon und dann zum Priester geweiht.