Wappen des Papstes: Das von Papst Benedikt XVI. gewählte Wappen enthält Symbole, die sich bereits in seinem Wappen als Erzbischof der Erzdiözese München und Freising fanden: Den Bär des Diözesanpatrons Korbinian aus dem Stadtwappen Freisings sowie den gekrönten Mohr aus dem Wappen der Erzbischöfe von München-Freising. Die Muschel ist eine Anspielung auf eine Legende des Hl. Augustinus. Die Tiara mit den gekreuzten Schlüsseln über dem Wappenschild ließ Papst Benedikt XVI. durch eine einfache Mitra ersetzen, die jedoch ähnlich wie bei den Kronreifen der Tiara mit drei goldenen Querstreifen geschmückt ist. Erstmals im Papstwappen ist das Pallium dargestellt. Paderborn, 18. April 2010. Mit einem feierlichen Pontifikalamt und dem traditionellen Empfang der Päpstlichen Familie wurde am dritten Sonntag der Osterzeit in Paderborn der fünfte Jahrestag der Amtseinführung von Papst Benedikt XVI. festlich begangen. An den Jahrestagen der Amtseinführung betet die Kirche weltweit ganz besonders für ihren Papst. „Bei allen Akzenten, die Papst Benedikt XVI. in den vergangenen Jahren gesetzt hat, lag ihm vor allem eines am Herzen: die Vergegenwärtigung Gottes in unserer Welt“, sagte Erzbischof Hans-Josef Becker beim Empfang der Päpstlichen Familie in Paderborn.
In diesen Tagen dürfe mit der ganzen Weltkirche dankbar auf fünf mit vielen Ansprachen, Verlautbarungen, Verpflichtungen und Terminen gefüllte und theologisch wie pastoral und spirituell erfüllte Jahre des Pontifikats von Papst Benedikt XVI. zurückgeschaut werden, so Erzbischof Becker. Gerade auf der inhaltlichen Ebene der Glaubensverkündigung sei Papst Benedikt XVI. in den vergangenen Jahren vieles zu verdanken. „Als demütiger Zeuge des Evangeliums und begnadeter Lehrer des Glaubens wird er nicht müde werden, der Kirche und der gesamten Weltöffentlichkeit das Wort des Lebens zu verkünden.“
Die Person und das Wirken des Papstes und seiner näheren Umgebung stünden derzeit im Mittelpunkt der weltweiten medialen Aufmerksamkeit, sagte Erzbischof Becker weiter. Er sei zum Kristallisationspunkt vieler Beobachtungen, Berichterstattungen und Kommentare geworden. „Neben durchaus hellsichtigen und wohlwollenden medialen Äußerungen zum Wirken Papst Benedikts gibt es aber auch ein gerütteltes Maß an Berichten und Kommentaren, die die Grenzen einer fairen Medienarbeit und auch die Grenzen des guten Geschmacks überschritten haben.“ Gerade im Umfeld der bestürzenden Missbrauchsfälle sei auch eine Aversion gegen die Kirche zu erkennen, die er in diesem Ausmaß nicht geahnt oder vermutet habe, so Erzbischof Becker. „Diese Anfeindungen gegen die katholische Kirche richten sich in den letzten Wochen vermehrt auch gegen die Person des Papstes.“ Vorherrschend sei dabei eine zunehmend aggressiver werdende „Hermeneutik des Verdachts“, die nicht nur den Papst, vielmehr auch die Bischöfe, Priester und Ordensleute der katholischen Kirche in Misskredit bringen wolle und ihrer Glaubwürdigkeit bereits großen Schaden zugefügt habe, führte Erzbischof Becker weiter aus. „So sehr gerade wir Bischöfe in Deutschland uns für eine schonungslose Aufklärung der Fälle sexuellen Missbrauchs ausgesprochen haben, so sehr wenden wir uns gegen eine pauschale und verletzende Kritik an Papst Benedikt und an den Mitbrüdern im bischöflichen und priesterlichen Amt.“ Der überwiegende Teil der Geistlichen im Erzbistum Paderborn und darüber hinaus würden ihren Dienst in großer Sorgfalt, Ehrlichkeit und Glaubenskraft wahrnehmen und dementsprechend an den Verunglimpfungen gewisser Teile der Medien leiden. „Wir müssen möglichst bald zu einer Normalität des kirchlichen Handelns zurückkehren und kirchlicherseits die Öffentlichkeit mit Themen konfrontieren, die wirklich zukunftsweisend sind.“
„Lassen Sie uns mit gläubigem Realismus nicht nur gegen die Missstände in unserer Kirche und Gesellschaft angehen, sondern ebenso offensiv unser Zeugnis als Christen geben, damit der Glaube unter uns nicht erlischt. Deshalb bitte ich Sie in diesen Wochen der Bedrängnis nicht nur um Ihre Verbundenheit mit dem Nachfolger Petri, sondern auch um das Gebet für ihn und alle, die seinen apostolischen Dienst zum Heil der Menschen mittragen“, sagte Erzbischof Becker zum Abschluss seiner Ansprache.
Vor dem Empfang der Päpstlichen Familie feierte Erzbischof Becker anlässlich des fünften Jahrestages der Amtseinführung von Papst Benedikt XVI. ein Pontifikalamt im Hohen Dom zu Paderborn. Leben stehe unter dem Gesetz der sich verschenkenden Gnade Gottes, die immer unverdient sei, sagte Erzbischof Becker in seiner Predigt. „Gott will auch mit der uns so oft zermürbenden Alltäglichkeit und den frustrierenden Erfahrungen des täglichen Einerleis zu tun haben und gerade darin wirksam sein.“ Der Alltag werde zu dem Ort, an dem gewürdigt werde und zähle, was der einzelne tue, und an dem ihm gleichzeitig das geschenkt werde, was seine Lebensnot wende und ihm wenigstens eine Ahnung vom „Leben in Fülle“ vermittle. „Der Alltag wird im Angesicht des auferstandenen Herrn zum Ort der ermutigenden und tröstenden Nähe unseres zuvorkommenden Gottes.“
Stichwort: Päpstliche Familie
Zur Päpstlichen Familie in den Diözesen zählen Geistliche, welche die Ehrentitel päpstlicher Ehrenkaplan (Monsignore), päpstlicher Ehrenprälat und Apostolischer Protonotar tragen, sowie Träger des päpstlichen Silvester- und Gregoriusordens, die Ritter vom Hl. Grab zu Jerusalem und auch der Malteserorden. Außerdem gehören mehrere Amtsträger im Vatikan, die den Papst als Staatsoberhaupt in besonderer Weise unterstützen, zur päpstlichen Familie.