10/05 - Papst Franziskus ruft Europa zu neuem Humanismus auf

Am vergangenen Freitag wurde Papst Franziskus in Rom mit dem Internationalen Karlspreis ausgezeichnet. In der Begründung für die Preisvergabe führte das Direktorium der Gesellschaft für die Verleihung unter anderem die historische Rede von Papst Franziskus im November 2014 vor dem Europäischen Parlament an, bei der er gefordert hatte, sich auf die Ideale der Gründerväter Europas zu besinnen und bei allem Tun den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen. Darüber hinaus setze Papst Franziskus mit seinem Pontifikat beständig Zeichen der Barmherzigkeit, Toleranz, Solidarität und zur Bewahrung der Schöpfung.

In seiner Ansprache bei der Verleihung des Karlspreises im Apostolischen Palast unterstrich Papst Franziskus diese Botschaft. Er bekräftigte, dass es nötig sei, sich von der Vergangenheit Europas inspirieren zu lassen, um den komplexen Herausforderungen dieser Tage zu begegnen. Vor diesem Hintergrund gelte es, die 'Idee Europa' so zu 'aktualisieren', dass Europa von einem neuen, auf drei Fähigkeiten gegründeten Humanismus geprägt werde: der Fähigkeit zur Integration, der Fähigkeit zum Dialog und der Fähigkeit, etwas hervorzubringen. Im Sinne dieses "neuen europäischen Humanismus" schloss Papst Franziskus seine Ansprache mit den Worten: "Ich träume von einem Europa, von dem man nicht sagen kann, dass sein Einsatz für die Menschenrechte an letzter Stelle seiner Visionen stand."

Wortlaut der Ansprache von Papst Franziskus bei der Verleihung des Karlspreises am 6. Mai 2016 im Vatikan

Begründung des Direktoriums der Gesellschaft für die Verleihung des Internat. Karlpreises an Papst Franziskus