23/06 - Instrumentum laboris zur Bischofssynode in Rom vorgestellt

Heute hat das Generalsekretariat der Bischofssynode im Vatikan das „Instrumentum laboris", das Arbeitsdokument für die Synodenberatungen, vorgestellt. Es gilt als Grundlage für die XIV. Generalversammlung der Bischofssynode, die vom 4. bis 25. Oktober 2015 in Rom stattfindet und unter dem Leitwort: „Die Berufung und Sendung der Familie in Kirche und Welt von heute" steht. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, erklärt zum „Instrumentum laboris":

„Das ‚Instrumentum laboris‘ basiert auf der Schlussrelatio der Außerordentlichen Bischofssynode des vergangenen Jahres und auf den Ergebnissen der jüngsten Umfrage des Synodensekretariats. Der jetzige Text kombiniert beide Quellen, indem ein Teil der Abschnitte direkt aus der Relatio übernommen, während die anderen Abschnitte auf Grundlage des Fragebogens neu erstellt wurden.

Das Dokument ist eine gute Arbeitsgrundlage für die Beratungen der Bischofssynode in Rom. Während manche Fragen und Problembereiche nur vorsichtig angesprochen werden, spürt man im gesamten Text das Bemühen, keine Vorfestlegung zu bestimmten Themen treffen zu wollen. Insgesamt halte ich das ‚Instrumentum laboris‘ für einen nachdenklichen Text, der um Differenzierung bemüht ist.

Zentrale Anliegen, die in der Antwort der Deutschen Bischofskonferenz auf den Fragebogen benannt worden waren, finden sich im jetzigen Dokument wieder. Dazu gehören die Vorbereitung auf die Ehe, die Begleitung von Eheleuten und Familien, die Erziehung und Glaubensweitergabe in der Familie sowie der Aspekt von Familie und Armut.

Die Bedeutung der Barmherzigkeit wird im ‚Instrumentum laboris‘ erwartungsgemäß stark herausgestellt, wenn es beispielsweise heißt: ‚Die Barmherzigkeit ist die Offenbarung der Treue und Identität Gottes mit sich selbst und gleichzeitig Aufweis der christlichen Identität. Daher nimmt die Barmherzigkeit nichts von der Wahrheit. Sie selbst ist offenbarte Wahrheit.‘ Diesen Aspekt der Barmherzigkeit halte ich für eine besondere Ermutigung, auch für die theologische Debatte.

Gerade bei den komplexen Themenbereichen im Umgang mit Paaren in Krisen-, Trennungs- und Scheidungssituationen sowie im Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen und der Aufmerksamkeit gegenüber Personen mit homosexueller Orientierung zeigt das Dokument in einer vorsichtigen Sprache verschiedene Blickwinkel auf. Es ist auch hier das Bemühen spürbar, die Diskussion offen zu halten, was sich an der teilweise wörtlichen Übernahme der entsprechenden Abschnitte aus der Schlussrelatio der vergangenen Synode zeigt.

Wie schon das ‚Instrumentum laboris‘ im vergangenen Jahr bietet auch dieses Dokument eine breit gefächerte Betrachtungsweise. In einigen Fragen finden sich Perspektiven wieder, die Aspekte der von der Deutschen Bischofskonferenz eingesandten Antworten aufnehmen. In anderen Fragen werden wir uns während der Synode mit unserer Position zu Wort melden. Für die bevorstehende Bischofssynode bietet das ‚Instrumentum laboris‘ eine Diskussionsgrundlage, die die Gesprächsperspektiven mit verschiedensten Formulierungen offenhält."

Das „Instrumentum laboris" liegt bislang nur in italienischer Sprache vor und ist auf der internetseite des Vatikans zu finden. Auf der Seite der Deutschen Bischofskonferenz (www.dbk.de) findet sich ein Dossier.