06/02 - Internat. Tag des Gebets und der Reflexion gegen Menschenhandel

Bonn, 6. Februar 2015. Unter dem Leitthema „Zünde ein Licht an gegen den Menschenhandel“ hat der Vatikan für Sonntag, 8. Februar 2015, einen „Internationalen Tag des Gebets und der Reflexion gegen Menschenhandel“ ausgerufen. Schon seit Beginn seines Pontifikats hat Papst Franziskus wiederholt deutlich gemacht, dass die modernen Formen der Sklaverei eine besonders verabscheuenswürdige Ungerechtigkeit darstellen und eine größere öffentliche und politische Aufmerksamkeit finden sollten.

Die Deutsche Bischofskonferenz ermutigt die katholischen Kirchengemeinden, Verbände und Organisationen, sich dem Anliegen von Papst Franziskus anzuschließen und sich an der Initiative am Sonntag, 8. Februar 2015, zu beteiligen. „Menschen zu verdinglichen und auf ihre wirtschaftliche ‚Verwertbarkeit‘ zu reduzieren, ist ein unerträglicher Widerspruch zu ihrer von Gott verbürgten Würde. Der Menschenhandel ist eines der großen gesellschaftlichen Probleme unserer Zeit, nicht nur in anderen Staaten, sondern auch bei uns in Deutschland“, erklärt der Vorsitzende der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Norbert Trelle (Hildesheim). Menschenhandel und sklavenähnliche Lebensverhältnisse sind in der Bundesrepublik vor allem im Bereich der Prostitution und in ausbeuterischen Arbeitsverhältnissen anzutreffen. Die Kirche sieht sich nach den Worten von Bischof Trelle in der Pflicht, ihren Beitrag zur Bekämpfung dieser Phänomene zu leisten. „Ich bin dankbar für das vielfältige Engagement beruflicher wie ehrenamtlicher Art. Es reicht von der ganz persönlichen Beratung und Begleitung der Betroffenen bis hin zur anwaltschaftlichen Arbeit in der Öffentlichkeit und gegenüber staatlichen Stellen“, so Bischof Trelle.

Auch in der weltkirchlichen Arbeit spielt der Kampf gegen den Menschenhandel eine wichtige Rolle: Die kirchlichen Hilfswerke unterstützen seit langem ihre Partner vor Ort sowohl in deren sozialen Projekten als auch bei der Durchführung von Präventionskampagnen.


Hintergrund

Schätzungen der internationalen Arbeitsorganisation (ILO) zufolge sind weltweit gegenwärtig etwa 21 Millionen Menschen Opfer des internationalen Menschenhandels. Zwangsprostitution und erzwungene Arbeitsverhältnisse betreffen auch Europa. Die Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz hat 2014 eine Arbeitsgruppe eingerichtet, in der die in Deutschland im Kampf gegen Menschenhandel engagierten katholischen Institutionen und Organisationen ihre Aktivitäten bündeln und koordinieren. Dazu gehören neben der Deutschen Bischofskonferenz die Deutsche Kommission Justitia et Pax, der Deutsche Caritasverband, das Osteuropa-Hilfswerk Renovabis und die Frauenrechtsorganisation Solwodi. Die ökumenische Perspektive wird durch das Fraueninformationszentrum Stuttgart eingebracht.  

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