02/09 - Orgelzyklus im Hohen Dom mit 4 Konzerten

Bekannte Organisten aus England und Deutschland werden die große Bandbreite der Orgelliteratur spielen.

Das Eröffnungskonzert am 16. September spielt Michael Harris aus Edinburgh. Seit 1996 ist er Organist der dortigen Kathedrale. An der Paderborner Domorgel wird er Werke von Hollins (A trumpet minuet), Händel (Orgelkonzert B-Dur), Jackson (Toccata, Chorale and fugue), Dupré (Suite Bretonne) und Healy Willan (Introduction, Passacaglia and fugue) spielen. Vor allem die Komposition von Healy Willan, ein großes symphonisches Werk, das 1919 komponiert wurde, scheint der Paderborner Domorgel gleichsam in die Tasten geschrieben, bedarf es doch der großen Dimensionen einer Kathedralorgel, wie man sie in England kennt. In der Tonsprache durchaus der Reger-Tradition verpflichtet, entwickelt dieses Werk ungeheurere Steigerungsmöglichkeiten und verlangt die in der Domorgel vorhandenen Hochdrucktuben, die ihrerseits eine unverkennbare Klangfülle bei charakteristischer Farbgebung zu entwickeln vermögen.

Sebastian Freitag aus Paderborn gestaltet den Orgelabend am 23. September. Es erklingen Werke von Paul Huber (Toccata über die Glocken des Domes zu St. Gallen), Bach (u. a. h-moll), Saint-Saens (Fantasie Des-Dur), Reger (Ein feste Burg) und Dupré (H-Dur). Präludium und Fuge H-Dur op.7 zählt zu den bekanntesten, aber auch schwierigsten Werken von Dupré, das er mit 2 anderen Präludien im Jahr 1913 komponierte und damit den „Prix de Rome“ – ein Kompositionswettbewerb gewann. Im Präludium meint man, ein großes, festliches Glockengeläut zu hören. So wird der Bogen zum Beginn des Konzertes gespannt.

Das dritte Konzert am 30. September spielt Tobias Frank aus Neubrandenburg. Er studierte in München sowie in England u. a. bei David Briggs und befasst sich sehr mit der englischen Orgelmusik. Seine letzte CD „English Romantics and Transcriptions“ erhielt in der internationalen Fachpresse einhelliges Lob. Er wird Werke von Wagner (Meistersinger), Tournemire, Whitlock und Karg-Elert (Valse mignonne und Passacaglia über BACH) spielen. Während seine Werke besonders in Großbritannien und den USA sehr beliebt waren, sah sich Karg-Elert als Orgelkomponist in Deutschland hinter dem von ihm kritisch beäugten Max Reger zurückgesetzt. Mit seiner „Valse mignonne“, geschrieben im letzten Lebensjahr, ließ sich Karg-Elert vom Erlebnis einer Kinoorgel inspirieren und beschreibt sein Werk selbst mit den Worten „schmalzig und teils verdammt süß“. Die Passacaglia und Fuge über BACH hingegen, zählt neben den bekannten BACH-Bearbeitungen von Reger und Liszt, zu den größten und technisch schwierigsten Stücken von Karg-Elert.

Das Abschlusskonzert des Herbst-Zyklus spielt Friedhelm Flamme aus Dassel am 7. Oktober. Neben seinen Aufgaben als Oberstudienrat und Lehrbeauftragter an der Hochschule für Musik Detmold, geht er einer umfangreichen Konzerttätigkeit nach. Sein umfangreiches Repertoire hat er auf zahlreichen CD’s eingespielt. Im Paderborner Dom spielt er neben zwei eigenen Kompositionen und einem Werk des noch lebenden Komponisten Walter Steffens, das Flamme gewidmet ist, die große Choralfantasie „Halleluja, Gott zu loben“ und die Fantasie und Fuge über BACH von Max Reger. Die Werke von Max Reger lassen sich überzeugend auf der Domorgel interpretieren und bilden somit einen prachtvollen Abschluss des Orgelzyklus.

Alle Orgelkonzerte beginnen um 19.30 Uhr.

Neben den Orgelkonzerten und Gottesdiensten, ist die große Orgelanlage, die zu den größten Instrumenten Deutschlands zählt, jeden Samstag Mittag um 12 Uhr in einem halbstündigen Angelus-Konzert zu hören.

Download des ausführlichen Programmheftes zum Orgel-Zyklus.