04/02 - Erklärung der DBK zum Memorandum „Kirche 2011: Ein notwendiger Aufbruch“

Bonn, 14.02.2011, Der Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz, Pater Dr. Hans Langendörfer SJ, erklärt zum Memorandum „Kirche 2011: Ein notwendiger Aufbruch“: 

Mit ihrem Memorandum wollen zahlreiche Professorinnen und Professoren der Katholischen Theologie zum Gespräch über die Zukunft von Glauben und Kirche in Deutschland  beitragen. Zu diesem Gespräch haben die deutschen Bischöfe eingeladen. Es benötigt anregende und weiterführende Einsichten und Überlegungen. Es ist ein gutes Signal, dass sich auch die Unterzeichner daran beteiligen wollen. Seit über zwanzig Jahren gibt es einen strukturierten Dialog der deutschen Bischöfe mit den Fachleuten der verschiedenen Fächer der Theologie. Er hat sich bewährt und ist für beide Seiten vorteilhaft. 

Das Memorandum trägt im Wesentlichen häufig diskutierte Ideen nochmals zusammen. Insofern ist es nicht mehr als ein erster Schritt. In einer Reihe von Fragen steht das Memorandum in Spannung zu theologischen Überzeugungen und kirchlichen Festlegungen von hoher Verbindlichkeit. Die entsprechenden Themen verlangen dringend eine weitere Klärung. Man benötigt ja mehr als nur ein Entgegenkommen der Bischöfe, um den in der Tat schwierigen Herausforderungen der Kirche in Deutschland zu begegnen. 

Die Kirche in Deutschland sucht mit neuer Lebendigkeit danach, wohin sie ihr Pilgerweg heute führt. Fehler und das Versagen der Vergangenheit sollen, genauso wie die Defizite und Reformerfordernisse der Gegenwart, besprochen und anerkannt werden. Sperrigen Themen ist dabei nicht zu entkommen. Angst ist in der Tat kein guter Ratgeber. Im Dialog dürfen akademische Weitsicht und intellektueller Scharfsinn, die eine besondere Chance der akademischen Theologie sind, nicht fehlen. Die kommende Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz will ihrerseits Vorschläge erarbeiten, die hoffentlich anregend und weiterführend sein werden.

hier: Memorandum 2011

Weitere Äußerungen zum Memorandum:

FAZ vom 6. Febr. 2011, Seite 9: Manfred Lütz: Ein Dokument der Resignation und Verzweiflung. Das Memorandum der 144 kath. Theologieprofessoren offenbart die Machtlosigkeit ihrer Zunft. 

Die Tagespost, 5. Febr. 2011, S. 16/17: Manfred Lütz: Ein Lippenbekenntnis, das provoziert. Ohne den Glauben an Gott und das ewige Leben ist die priesterliche Ehelosigkeit nicht zu verstehen - Wo dieser Glaube schwindet, wächst die Kritik. Die Aggression, mit der bisweilen gegen den Zölibat gekämpft wird, lässt tief blicken - Ein Beitrag zur Zölibatsdebatte aus psychologischer Sicht.