08/02 - Missbrauch: ZdK-Präsident fordert rasche Aufklärung

 

Veranlasst durch zahlreiche Anfragen erklärt der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Alois Glück, zu den in den letzten Tagen bekannt gewordenen Fällen von sexuellem Missbrauch:

 

1. Unser Mitgefühl gilt den Menschen, die in kirchlichen Einrichtungen Opfer von sexuellen Übergriffen wurden. Das Fehlverhalten Einzelner, aber auch das Schweigen und Wegsehen Vieler haben großes menschliches Leid verursacht und dem Ansehen unserer Kirche schweren Schaden zugefügt.

2. Ich fordere eine rasche Aufklärung der Vorwürfe und appelliere an die Opfer, sich bei den zuständigen Stellen zu melden. Es muss volle Transparenz geben, so schmerzlich dies auch sein kann. Die Leitlinien der Deutschen Bischofskonferenz aus dem Jahr 2002 sind unmissverständlich und klar und müssen daher kompromisslos angewendet werden.

3. Ausdrücklich danke ich dem Rektor des Berliner Canisius-Kollegs, Pater Klaus Mertes SJ, für seine beispielhaften Bemühungen um Aufklärung der Missbrauchsfälle, die sich in den 1970-er und 80-er Jahren an dieser Schule ereignet hatten und durch die die aktuelle Diskussion ausgelöst wurde.

4. Ausdrücklich möchte ich daran erinnern, wie beispielhaft sich Papst Benedikt für die Aufklärung von solchen Missständen und immer wieder und unmissverständlich für die Opfer eingesetzt hat.

5. Unverantwortlich ist es aber auch, durch reißerische Medienberichte die Bildungs- und Jugendarbeit der katholischen Kirche insgesamt in Misskredit bringen zu wollten. Im Gegenteil verdient der vorbildliche Einsatz Hunderttausender - seien sie Priester, Ordensleute, Lehrer, Sozialarbeiter, Eltern und viele Ehrenamtliche - in der kirchlichen Jugendarbeit oder im kirchlichen Schul- und Erziehungswesen Wertschätzung und Anerkennung.